EDNA veröffentlicht ZUGFeRD-Umsetzungsempfehlung für den Energiemarkt

Mit “ZUGFeRD 1.0 für den Energiemarkt” hat der EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V. jetzt in Zusammenarbeit mit FeRD e.V. eine eigene Umsetzungsempfehlung für den Energiemarkt vorgelegt. Dazu hat die EDNA-Projektgruppe ZUGFeRD die allgemeinen Spezifikationen der ZUGFeRD Version 1.0 in den letzten Monaten genau unter die Lupe genommen und festgelegt, wie die spezifischen energiewirtschaftlichen Inhalte eindeutig und widerspruchsfrei auf Basis dieses Standards abgebildet werden können. “Unser Ziel war es, dieses Format kurzfristig für Energierechnungen nutzbar zu machen, um so auch den unregulierten Bereich des Rechnungsaustauschs schnell zu digitalisieren”, erklärt EDNA-Präsident Dirk Heinze, Geschäftsführer der Meine-Energie GmbH und einer der Initiatoren der EDNA-Projektgruppe. Auf Basis der Umsetzungsempfehlung können nun beispielsweise Energieabrechnungen für Endkunden komplett digital erstellt und elektronisch übermittelt werden. “Für den Privatkunden steht die Rechnung dann im gewohnten Layout als PDF-Datei zur Verfügung, die er sich ausdrucken kann. Gewerbekunden können die Daten darüber hinaus direkt in der eigenen Rechnungsprüfung und Buchhaltung weiterverarbeiten oder auch elektronisch an den Steuerberater übermitteln”, beschreibt Dirk Heinze die Vorteile. Kurzfristig können Energieunternehmen so die Zahl der Papierrechnungen spürbar verringern und die damit verbundenen Prozesskosten deutlich senken. Die ZUGFeRD-Umsetzungsempfehlung und die dazugehörige Datenstrukturbeschreibung stehen ab sofort unter www.edna-bundesverband.de zum Download zur Verfügung.

Im ersten Schritt konnten noch nicht alle spezifischen Anforderungen des Energiemarktes abgebildet werden. So muss beispielsweise die Umsetzung der Pflichtangaben aus dem EnWG §40 in Teilen auf spätere Versionen verschoben werden. Für die Endkundenabrechnung spielt dies jedoch nur eine untergeordnete Rolle, da hier die elektronische Verarbeitung primär dem Umsatzsteuerrecht entsprechen muss. Während die Abbildung von Zählpunkten, Stornierungen und Korrekturen über die Umsetzungsempfehlung geregelt werden konnte, gibt es etwa bei den Verbrauchsmengen Einschränkungen. Denn diese können in der aktuellen Version nur an den einzelnen Rechnungspositionen angegeben werden. Die auf Energierechnungen allgemein üblichen und vorgeschriebenen Angaben sind mit der aktuellen ZUGFeRD-Spezifikation nicht abbildbar. “Wie schon bei dieser Umsetzungsempfehlung werden wir auch in Zukunft weiter eng mit dem FeRD e.V. zusammenarbeiten, um auf diesem Wege alle spezifischen Anforderungen des Energiemarkts in die kommenden ZUGFeRD-Versionen einzubringen”, erläutert Dirk Heinze

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4. EDNA-Kamingespräch: “Wir brauchen eine Kultur des Trial-and-Error!”

“Versorgungsunternehmen müssen sich als die Treiber der Digitalisierung verstehen, wenn sie auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften wollen” – Dieser Forderung von Stefan Slembrouck von der Alliander-Tochter SmartSociety Services in Utrecht konnten sich am Ende alle Teilnehmer des 4. EDNA-Kamingesprächs, das diesen Mittwoch in Karlsruhe stattfand, anschließen. Denn durch technologische Entwicklungen wie die Blockchain aber auch durch den Druck der Kunden wird sich der Energiemarkt in den kommenden Jahren drastisch verändern. So befinden sich beispielsweise von den rund 1,6 Millionen Anlagen für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien nur 13 Prozent in den Händen etablierter Versorger. “Viele derjenigen, die sich hier engagieren, sind mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, weil es ihnen zu langsam geht. Wenn die Geschäftsmodelle finden, die einfach und lohnend sind, werden sie diese auch umsetzen”, betonte Udo Sieverding, bei der Verbraucherzentrale zuständig für das Thema Energie. 

Zu einem zentralen Werkzeug wird sich dabei in Zukunft die Blockchain entwickeln. Denn sie ermöglicht es Marktteilnehmern, direkt miteinander Geschäfte zu machen, ohne dass dafür ein Lieferant, eine Bank oder gar eine Abrechnungssoftware nötig sind. Und diese Technologie bietet zahlreiche weitere Möglichkeiten, auch wenn sie erst ganz am Anfang steht. “Über die neuen Smart Contracts können wir in der Blockchain schon heute Dinge wie Herkunftsnachweisregister, Blind- und Wirkleistungsregelungen oder das Smart Grid Management abbilden, und dies mit einem sehr geringen Aufwand. In Zukunft werden dazu eine Vielzahl weiterer Energie-Apps entstehen, die völlig unabhängig von den traditionellen Unternehmensmodellen der Versorger funktionieren”, beschreibt Erwin Smole, einer der Gründer von Grid Singularity aus Wien, die Blockchain und aktuell laufende Projekte. Sein Unternehmen hat beispielsweise bereits eine Plattform entwickelt, über die jede angebundene Erzeugungsanlage weltweit und innerhalb kürzester Zeit via Blockchain angesprochen werden kann.

Getrieben wird diese Entwicklung der Energiewirtschaft nicht zuletzt von jungen Startups, die Möglichkeiten von Blockchain oder anderen Open Source-Plattformen nutzen, um neue Ideen in sehr kurzer Zeit umzusetzen. “Wenn Sie aber als Startup bei einem etablierten Energieversorger anklopfen, landen Sie erst mal beim Einkauf und kommen dort nicht weiter. Deswegen müssen Versorger mehr ‘Startup-Denken’ aufbauen und aktiv und direkt nach passenden Partnern suchen”, betont Erwin Smole. Für Stefan Slembrouck ist das Rezept einfach: “Teams, die an spannenden Themen arbeiten, brauchen Freiheiten. Wenn sie Erfolg haben, kann man das dann als Firma ausgründen. Wenn nicht, muss man ein Thema auch mal einstampfen und sich dem nächsten zuwenden. Und: Man kann nicht mehr alles alleine machen, sondern muss sich mit kompetenten Partnern vernetzen”. Dass ein derartiger Ansatz in der Praxis funktioniert, bestätigte Uwe Nachtigall vom E-Werk Mittelbaden, wo schon mehrere Projekte mit Teams, die aus jungen Studenten und bewährten Mitarbeitern bestanden, erfolgreich umgesetzt wurden. “Wichtig ist es, dass diese Teams völlig unabhängig vom Tagesgeschäft arbeiten können”, so seine Erfahrung.

Moderator Bernd Mildebrath von der Schleupen AG und Mitglied des EDNA-Vorstands prognostiziert deswegen ein deutliches Umdenken in der nach wie vor eher traditionell ausgerichteten Energiewirtschaft: “Wir steuern auf eine neue ‘Trial-and-Error’-Kultur zu, die sicherlich zu großen Umwälzungen führen wird”. Deswegen lud er am Ende des Kamingesprächs alle Beteiligten schon jetzt zum 9. EDNA-Kamingespräch im Jahr 2021 ein: “Dann sehen wir, was aus all diesen Entwicklungen geworden ist.”

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Die EDNA-Startup-Initiative wächst weiter

Mit neuen Ideen bereichern jetzt zwei weitere Startups den EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V.: Zum einen ECONES, die mit einer neuen Generation von Windenergieanlagen künftig sauberen Strom direkt dort erzeugen, wo er verbraucht wird – vor Ort bei den Kunden. Zum andern die IVU Softwareentwicklung GmbH, die sich mit neuen Lösungen für die Messdatenerfassung und Messdatenverarbeitung beschäftigt.

ECONES hat eine neue Generation des getriebelosen Windgenerators entwickelt, der sich aus einzelnen, fertig vormontierten Segmenten zusammensetzt. Die Kleinwindenergieanlage zeichnet sich durch eine hohe Zuverlässigkeit aus und ist somit besonders geeignet für raue Bedingungen und abgelegene Standorte. Gegenüber den klassischen Windmühlen sind die Anlagen von ECONES als Senkrechtachser konstruiert, die sowohl in Punkto Lärmbelastung als auch bei Schattenwurf, Flügelgeschwindigkeit, Sichtimmision und Umweltverträglichkeit deutlich besser abschneiden, als herkömmliche Anlagen. Deswegen können sie als Kleinanlage ab 0,5 kW auch zur privaten Energieproduktion für den Eigenverbrauch in Städten eingesetzt werden. “Die Prozesse rund um die dezentrale Erzeugung und den Verbrauch und die Speicherung vor Ort werden künftig sicherlich weiter in den Fokus rücken und damit auch zu einem Thema für EDNA werden”, ist sich Mark F. Roewer, Gründer der Watt und Mehr GbR, die hinter diesem Projekt steht, sicher.
(https://innovationen-sachsen-anhalt.de/structure/econes-e152)

Die IVU Softwareentwicklung GmbH ist ein im Jahr 2015 gegründetes IT-Unternehmen im Bereich Messdatenerfassung und Messdatenverarbeitung. Sie beschäftigt sich einerseits mit der Entwicklung von Firmware für intelligente Zähler und Kommunikationsmodule sowie andererseits mit der Entwicklung eines hochskalierbaren Serversystems zur Gerätesteuerung und zentralen Zählerdatenerfassung. Für die Anbindung von Feldgeräten an das Backendsystem wird heute ein breites Spektrum an Protokollen und Medien wie DLMS, SML, M-Bus, IEC870-5-104 u.v.m. unterstützt. Seit Mitte 2015 liegt jedoch ein neuer Schwerpunkt der Entwicklung auf dem Aufbau eines innovativen LoRa Funksystems, welches den besonderen gesetzlichen Anforderungen des neuen Messwesens in Deutschland entspricht. “Mit diesen Themen stehen wir künftig im Zentrum der Digitalisierung der Energiewende. Deswegen ist für uns das Engagement von EDNA besonders wichtig”, beschreibt Geschäftsführer Julian Stenzel die Motivation für die Teilnahme an der EDNA-Startup-Initiative. (http://ivu-software.de)

Interessierte Unternehmen können sich weiterhin unter start-up@edna-bundesverband.de bewerben.

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